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Flugsicherheit

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Flugzeug Notlandung Blackbox Kollisionswarnsystem

Warum Flugreisende trotz häufiger Meldungen über Unglücke längst nicht vor jeder Flugreise in Panik verfallen müssen.

Die beachtliche Verlässlichkeit, die das Fliegen heute bietet, ist nicht zuletzt der cleveren Automatisierung des Cockpits zu verdanken:

  • Ein Kollisionswarnsystem versorgt Piloten sekundenschnell mit Ausweichbefehlen, wenn sich ein anderes Flugzeug zu sehr nähert. Hätte der russische Pilot eines Jets, der 2002 am Bodensee mit einer Frachtmaschine zusammenstiess, den Systembefehl befolgt, statt dem überforderten Fluglotsen zu glauben, wäre nichts geschehen, 71 Menschen wären noch am Leben.
  • Satellitennavigation ersetzt oder ergänzt die traditionellen Funk- und Kurskreiselsysteme und schützt vor Navigationsfehlern in schwierigem Gelände oder über dem Meer.
  • Dank Elektronik ist es möglich, wichtige Systeme kostengünstig mehrfach auszuführen, sodass sie einander ersetzen können.
  • Wetterbilder von Satelliten werden heute direkt ins Cockpit übertragen und erlauben frühzeitiges Ausweichen und Umplanen.
  • Warnsysteme schützen vor zu grosser oder zu rascher Annäherung an den Erdboden, wenn zum Beispiel ein schwieriger Landeanflug in bergigem Gelände ausgeführt werden muss.
Doch trotz perfektionierter, intelligenter Elektronik, trotz Unfallforschung und Tausenden Verstärkungen und Nachbesserungen am fliegenden Gerät bleibt ein Faktor konstant, mit dem der Sicherheitsingenieur immer rechnen muss - der Mensch. "Mach es idiotensicher, und jemand erfindet einen besseren Idioten", so lautet eine uralte Konstrukteursweisheit. Sie schlägt immer wieder zu: Auch Piloten sind Menschen. So wie wir Passagiere uns fürchten, ihnen ausgeliefert zu sein, so fürchten sie zuweilen, nicht rechtzeitig anzukommen, sich allzu penibel anzustellen oder schlicht nicht genügend Mumm zu beweisen.



Argumente

Für viele Urlauber ist die Reise in einem Flugzeug stets von einem mulmigen Gefühl begleitet - besonders nach Unglücksmeldungen. Wenn Sie nicht gänzlich aufs Fliegen verzichten möchten, sollten Sie sich erst gar nicht in eine regelrechte Flugangst hineinsteigern. Hier einige Argumente, die Sie beruhigen können:

1. Tödliche Unfälle im Zusammenhang mit grösseren Passagierflugzeugen sind äusserst selten. Im Jahr 1999 kamen nach Angaben der internationale Luftfahrtbehörde ICAO (International Civil Aviation Organization) 494 Menschen bei 20 Unfällen im Linienverkehr mit grossen Passagierflugzeugen ums Leben. Im selben Jahr wurden insgesamt 1,5 Milliarden Passagiere befördert.

2. Die Zahl der tödlichen Unfälle bei Passagierflugzeugen ist im Durchschnitt seit mehreren Jahrzehnten konstant, obwohl die Zahl der Flugzeuge, die unterwegs sind, um ein vielfaches zugenommen hat.

3. Die Sicherheitsmassnahmen gegen Terroranschlägen wurden von der Luftfahrtindustrie nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erhöht: An den Flughäfen wurde die Kontrolle der Passagiere und des Gepäcks verschärft. Personal wird vor der Einstellung stärker überprüft. Flugzeuge wurden umgerüstet und erhielten sichere Cockpittüren, und auf einigen Strecken werden sogar Sicherheitsbegleiter (Sky Marshals) eingesetzt.

4. Sicherheitsstandards in Bezug auf Ausbildung, Technik und Flugzeugwartung gelten in Europa und den USA als besonders hoch. Für Europa werden international gültige Sicherheitsstandards von der Flugbehörde JAA (Joint Aviation Authority) festgelegt. In Deutschland überwacht das Luftfahrtbundesamt die Einhaltung dieser Standards.

5. Die wenigsten Flugzeugunfälle passieren über Australien, West- und Mittel-Europa sowie Nordamerika, obwohl dort ein Grossteil des gesamten Luftverkehrs stattfindet. Ein weitaus grösserer Teil der Unfälle ereignet sich in Ländern der ehemaligen GUS-Staaten, Lateinamerika und Afrika.

6. Die grossen internationalen Fluggesellschaften, über die sich der grösste Teil des deutschen Tourismus abwickelt, bieten nach Einschätzung von Experten den höchsten Sicherheitsstandard.



Fragen und Antworten

Wann werden Turbulenzen Gefährlich?
Für die dramatischen Auf- und Abwinde in der Kernzelle eines Tropengewitters sind auch modernste Verkehrsmaschinen nicht konstruiert. Sonst aber halten sie so ziemlich allen Turbulenzen stand, denen sie ausgesetzt sein können. Bei grossen Maschinen lassen sich die Flügel auch mehrere Meter biegen, ohne zu zerbrechen.

Wie riskant sind Regen, Schnee und Wind?
Das von uns wahrgenommene Bodenwetter ist fliegerisch nur bei Start und Landung ein Thema. Regen und Schnee machen beides schwieriger. Allerdings werden die Anflugverfahren dem Wetter angepasst: Bei sehr schlechten Sichtverhältnissen dürfen nur besonders gut ausgestattete Flugzeuge starten und landen. Wind kann vor allem dann Probleme machen, wenn er das Flugzeug von der Seite trifft, weil er es so womöglich von der Bahn drängt. Grössere Flughäfen haben deshalb Start- und Landebahnen in alle Himmelsrichtungen und passen die Flugrichtung den Windverhältnissen an.

Welche Flugphasen sind Problematisch?
Ein Absturz aus voller Reiseflughöhe ist sehr selten. Die allermeisten Unglücke ereignen sich in der Start- oder Landephase.

Woran erkennt man, dass es ernst wird?
Natürlich gibt es Flugzeugunglücke, bei denen alles so schnell geht, dass die Passagiere keine Warnung bekommen. Generell gilt jedoch: Solange die Crew nicht dazu auffordert, irgendwelche der bei Flugbeginn vorgestellten Sicherheitsmassnahmen zu ergreifen, ist alles in Ordnung. Wenn es stark ruckelt, wenn die Maschine in ein "Luftloch" sackt oder der Service abgebrochen wird, weil die Crew Sich selbst wieder anschnallen soll, ist das kein Grund zur Panik.

Ist das Fliegen in manchen Ländern gefährlicher als in anderen?
Ja. In einigen aussereuropäischen Regionen dürfen Fluglinien operieren, die hier wegen zu geringer Sicherheitsstandards nicht zugelassen sind (Schwarze Liste der Fluggesellschaften). Auch die Überwachung des Luftraums ist nicht überall gewährleistet. Informationen dazu finden Sie auf der (englischsprachigen) Webseite www.aviation-safety.net (über das Stichwort "Database" zu "geographicalregion/country" gehen).

Wie finde ich eine gute Airline?
Das "Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre" (www.jacdec.de) veröffentlicht regelmässig eine Liste mit den sichersten Fluggesellschaften der Welt. Diese verzeichnen aber insgesamt so wenige Unfälle, dass man ebenso gut mit der Nummer 4 wie mit der Nummer 1 oder 7 fliegen kann. Steht ein Flug mit einer weniger bekannten Linie zur Debatte, lohnt es sich, im Netz unter www.aviation-safety.net nachzuschauen. Dort sind die sicherheitsrelevanten Vorkommnisse für eine grosse Zahl von Airlines aus allen Kontinenten aufgeführt - auch von Chartergesellschaften (über das Stichwort "Database" zu "Airlines" gehen).

Wo sitz man bei einem Unglück am sichersten?
Eine häufig gestellte Frage - aber sie lässt sich nicht beantworten, weil es von der Art des Unfalls abhängt, wo man am ehesten überlebt. In jedem Falle ist es kein Fehler, nah am Notausgang zu sitzen. Informationen finden Sie etwa unter Flugzeug Notlandung.

Was lässt sich gegen Flugangst tun?
Vielen hilft es bereits, einmal einen Tag am nächstgelegenen Grossflughafen zu verbringen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie viele Flüge dort ohne Probleme aus- und eingehen. Für härtere Fälle gibt es spezielle Seminare. Informationen finden Sie etwa unter Flugangst oder im Internet www.flugangst.de oder bei www.fit-to-fly.ch.



Warum Vulkanausbrüche für Flugzeuge gefährlich sind Infografik
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Wie überlebt man einen Flugzeugabsturz Flugzeugunglücke Schwarze Liste der Fluggesellschaften


Links zu Flugunfallbehörden und Unfallstatistiken:
AAIB Air Accident Investigation Branch
Sprache: English
Australian Transport Safety Bureau
Sprache: English
AirDisaster
Sprache: English
AirSave
Sprache: English
Airservices Australia
Sprache: English
Aviation Safety Network
Sprache: English
BAZL Bundesamt für Zivilluftfahrt Schweiz
Sprache: Deutsch English Franšais Italiano
BFU Büro für Flugunfall Schweiz
Sprache: Deutsch
BEA Bureau d'Enquêtes et d'Analyses
Sprache: English Franšais
CAAC General Administration of Civil Aviation of China
Sprache: English Chinese
CASA Civil Aviation Safety Authority of Australia
Sprache: English
DCA Departement Civil Aviation of Malaysia
Sprache: English
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Sprache: Deutsch English
DGAC Direcciˇn General de Aeronßutica Civil Chile
Sprache: Españ˝ol
DGAC Diréction Générale de l'Aviation Civile France
Sprache: Francais
DGCA Directorate General of Civil Aviation India
Sprache: English
EASA - European Aviation Safety Agency
Sprache: Deutsch English Franšais Italiano Espa˝ol Portuguŕs Nederlands Dansk Svenska Suomi Polski Greek CeÜtina Magyar RomÔna Balgarski SlovenÜcina LatvieÜu Lietuvi¨
Federal Aviation Administration
Sprache: English
Flugzeug Absturz
Sprache: Deutsch
GCAA - Ghana Civil Aviation Authority
Sprache: English
GCAA - General Civil Aviation Authority United Arab Emirates
Sprache: English Arabic
Jet Airline Crash Data Evaluation Centre
Sprache: English
National Transportation Safety Bureau
Sprache: English
Plane Crash Info
Sprache: English


Diverse Links:
ASA Austrian Cockpit Association
Sprache: Deutsch
DALPA Danish Airline Pilots Association
Sprache: English
Dead Tired
Sprache: English
ECA European Cockpit Association
Sprache: Deutsch
Flugdienstzeiten
Sprache: Deutsch English
IFALPA International Federation of Air Line Pilots Assocations
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Keep Flying Safe
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Norsk Flygerforbund
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Skytrax Airline Quality
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SNPL Syndicat National des Pilotes de Ligne
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SPF Svensk Pilotf÷rening
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VNV Vereniging van Nederlandse Verkeersvliegers
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Wordpiloot
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